Berber

Berberdorf Matmata

Von El Jem ging es im (touristengerecht klimatisierten Bus) immer weiter hinein in die Wüste. In Tunesien gibt es dreierlei Wüstenarten - die Steinwüste, die Salzwüste und die Sandwüste. Zunächst befinden wir uns noch in der Steinwüste.

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Hier regnet es nur ein- bis zweimal pro Jahr, dafür dann aber bisweilen auch sintflutartig. Wie unser Guide berichtete, gibt es mehrere Dörfer, die nach verheerenden Überschwemmungen auf einer Anhöhe neu erbaut werden mussten.

Wir legten einen kurzen Zwischenstopp in einem kleinen Berberdorf bei Matmata ein, wo wir eine traditionelle Höhlenwohnung besichtigen konnten.

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Entgegen der uns vertrauten Bauweise wird hier nicht nach oben gebaut, sondern möglichst tief. Dies hat den einfachen Vorteil, dass die Zimmer auch bei sengender Hitze von über 40 Grad immer noch angenehm kühl bleiben. Die "Häuser" besitzen in der Mitte einen offenen  Innenhof, von dem aus man in die angrenzenden Zimmer gelangt.

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Der Eingang befindet sich ebenerdig und führt durch einen kurzen Gang in den Innenhof.

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Die Wohnung, die wir besichtigten bestand aus vier Zimmern - dem Vorratsraum (oben), der Küche, dem Schlafzimmer und dem Kinderzimmer. Insgesamt wohnen hier mindestens 7-8 Personen, verteilt über mindestens 3 Generationen.

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Die Versorgung erfolgt so weit wie möglich selbständig. Diese Frau backt gerade in einer Nische des Innenhofs Brot. Touristen stellen für die Bewohner eine feste Einkommensquelle dar. Sie bekommen von den Veranstaltern Geld dafür, dass sie einer Schar von Touristen einen Einblick in ihre Privatsphäre gewähren. Trotzdem empfanden wir es als etwas unangenehm, wie eine Herde von "Trampeltieren" in die Wohnung einzufallen. Dennoch war es höchst interessant diese ganz andere Lebensweise einmal kennen zu lernen.

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In der Küche (oben) befindet sich ein kleiner Herd und eine Unmenge an Amphoren und kleinen Gefäßen.

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Das Schlafzimmer.

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Und draußen nichts als Wüste... Die Berber haben sich der Landschaft bestmöglich angepasst, wovon wir uns überzeugen konnten, als wir die "Höhle" wieder verließen. Am Ausgang liefen wir gegen eine "Wand" von fast unerträglicher Hitze, die wir drinnen schon beinahe vergessen hatten.